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Zu Besuch in einem Dorf der Embera Indianer im Chagres Nationalpark

Die Embera sind eines der sieben Indianervölker von Panama. Ein Besuch in einem Dorf dieses Volkes lässt sich leicht von Panama Stadt oder Colon an der Karibikküste machen. Am Morgen fahren wir von Panama Stadt mit einem privaten Tourismusbus ca. 1 Stunde zum Alajuelasee im Chagres Nationalpark. Zuerst geht es noch durch die Vororte von Panama, an einer der größten Zementfabriken von Panama vorbei, dann kommen wir zum Besucherzentrum des Chagres Nationalparks. Einige Minuten später sind wir schließlich bei der Anlegestelle und gehen den Uferhang hinab zu den Einbooten der Embera Indianer, die hier schon auf uns warten.

Der Alajuelasee (nicht verwechseln mit dem Gatún Stausee, wo sich die Fahrrinne des Panamakanals befindet) ist ein Stausee im Flusslauf des Chagres der als Wasserreservoir für den Panamakanal während der Trockenzeit dient und in den 1930er Jahren errichtet wurde. Wir fahren mit dem Einbaum zuerst im See und danach flussaufwärts im Chagres. Die Einboote mit ihrem flachen Rumpf, sind die idealen Verkehrsmittel für Fahrten in den seichten Flüssen, oftmal streift der Boden des Rumpfes über Kies und Sand im Flussbett.

Unser erster Anlaufpunkt ist der Wasserfall der Quebrada Bonita. „Quebrada“ ist Spanisch für „Bach“, und „Bonita“ kann man als „Schön“ übersetzen. Früher mal, hiess der Bach hier Quebrada Fea (fea heisst „hässlich“) wegen der vielen Steine und Felsen im Bachbett, die das Fortkommen der Indianer und Campesinos schwierig machte, nun mit dem Tourismus überwiegt die landschaftliche Schönheit des Wasserfalles und daher der neue Name.

Der Marsch durch das Flussbett und den Regenwald ist wunderschön, mit etwas Glück kann man z.B. Brüllaffen hören und sehen. Auch andere Tiere kann man beobachten, vor allem Vögel entlang des Flusses und im Dickicht des Regenwaldes. Je nach Wasserstand des Alajuelasees dauert es zwischen 5 Minuten und einer halben Stunde um vom Boot zum Wasserfall zu kommen. Nach einigen Bachquerungen und leichter Kletterei über zwei Felsen erblicken des Wasserfall. Unter dem Wasserfall erstreckt sich ein Pool, indem man ausgezeichnet schwimmen kann (also unbedingt Badezeug mitnehmen).

Danach geht es wieder durch den Bach zurück zum Fluss Chagres und mit dem Einbaum zum Embera Dorf Tusipono (weitere Emberadörfer am Chagres sind Parara Puru, und Embera Drua. Parara Puru liegt nur 5 Minuten von Tusipono, Embera Drua jedoch etwas weiter flussaufwärts). Bei unserer Ankunft erwarten uns schon die Embera, während wir aus den Einbaum klettern, spielen sie ihre traditionelle Musik mit Flöten, Trommeln, Maracas und Gesang.

Im Versammlungshaus werden wir vom Chief offiziell willkommen geheissen und danach erklärt er uns mehr zur Kultur und Geschichte der Embera. Die ersten Emberafamilien sind erst in den 1960er Jahren in den Chagres Nationalpark eingewandert, zu der Zeit wurde der Panamakanal und die Kanalzone von den USA verwaltet, und die USA holten sich die Embera als Ausbildner für Überlebenstrainung im Dschungel für Soldaten in Vietnam und die Apollo-Astronauten.

Nach interessanten Details zu Lebensweise, Geschichte, Religion, Kultur und Bevölkerung der Embera, erzählen sie uns mehr ihrem Kunsthandwerk. Die Schnitzereien machen die Männer und die kunstvollen Flechtarbeiten erstellen die Frauen. Zum Färben werden ausschließlich natürliche Elemente wie Pflanzen und Schwarzerde verwendet. Die Embera haben eine spezielle Webtechnik für Körbe, die diese so dicht arbeiten, dass man damit sogar Wasser aufbewahren kann, ohne dass es rausrinnt.

Im Anschluss führen die Embera ihre traditionellen Tänze auf, Tänze mit Flötenmusik und Trommeln werden nur von den Frauen getanzt und sind den Tieren des Regenwaldes gewidmet, wie zum Beispiel der „Schmetterlingstanz“ oder der „Kolibritanz“. Die Paartänze der Embera werden zu Cumbiamusik getanzt, auch ein Erbe ihres Herkunftslandes Kolumbien, aus dem sie im 18. und 19. Jahrhundert nach Panama eingewandert sind.

Dann wird uns das Essen gebracht: es gibt frittierten Tilapia und Patacones (frittierte Kochbananen), einfach köstlich. Der Tilapia ist ein Süsswasserfisch, frisch gefangen aus dem umliegenden Alajuelasee, und die Patacones schmecken ein bisschen wie Pommes Frittes. Serviert wird das in gefalteten Bananenblättern, man kann dazu auch ökologische Wegwerfteller sagen. Nach dem Essen werden die Teller und organische Abfälle in einen Bastkorb geworfen und danach als Dünger verwendet. Einfach genial: angewandte Ökologie im Regenwalddorf.

Ein Tagesausflug ist spannend, besser jedoch und mein Geheimtipp ist eine Nacht bei den Embera zu verbringen, dadurch lernt man das Leben der Embera kennen, wenn die Tagestouristen das Dorf verlassen haben, und man kann den Embera bei ihren alltäglichen Arbeiten zusehen oder zusätzliche Wanderungen durch den Regenwald machen.

Cultour-Reisetipps:

  • Eine Extragarnitur Kleidung (kurze Hose, T-Shirt, Flip-Flops) mitnehmen, falls man bei dem Ausflug wegen Regen oder der Bootsfahrt pitschnass wird.

  • Badezeug mitnehmen für den Pool beim Quebrada Bonita Wasserfall (bitte keine Köpfler in dem Pool machen).

  • Und mein Geheimtipp: Bleiben Sie eine Nacht im Emberanacht, eine Nacht in einem Indianerdorf im Regenwald ist ein unvergessliches Erlebnis, Nächte in einem Hotel verbringt man doch genug!

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